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Totenbrauchtum

Der Tod bedeutet Ruhe in der allgemeinen Vorstellung. Die Überlebenden sollen sich mit dem Gedanke, dass die Verstorbenen ruhen und dass sie sich im Jenseits treffen werden, beruhigen. Die Barmherzigkeiten übt man an den Trauernden mit folgenden Worten: Herzliches Beleid, Möge er in Frieden Ruhen.


Die Bestattungen von damals sind in vieler Hinsicht verschieden von die heutigen Bestattungen. Nach jemandem Tod läuten die Glocken, weil das Dorf wissen muss, dass jemand gestorben ist. Der Leib des Verstorbenen ist von einem Angehörigen gewaschen, in schwarzen Klamotten angezogen, und auf den Kopf der Männer setzt man einen Hut auf. Die Augen des Verstorbenen werden zugemacht, sein Kinn und seine Beine sind festgemacht. Im Sarg legt man ein Kissen unter den Kopf des Verstorbenen und auf seinen Bauch ein Tuch.
Die Totenwache dauert zwei Nächte. Die Teilnehmer sind mit Striezel und Obstbrand serviert. Bei der Totenwache stehen die nahe Verwandten, der Kantor und die Männer, die singen, neben dem Sarg. An dem dritten Tag findet das Begräbnis statt. Vor einer Stunde läuten die Glocken viermal.
Vor dem Trauerzug geht der Pfarrer und der Kantor gefolgt von den Männern, die die Grabkränze und die Flaggen tragen, von dem Sarg, der trauernden Familie und die Frauen am Ende. Nachdem sie dem Verstorbenen das Grabgeleit gegeben haben, sind sie mit Striezel und Obstbrand am Tor des Friedhofs serviert und zum Essen eingeladen.
Die Trauerzeit hat verschiedene Länge, aber üblich dauer sie ein Jahr. Die Erinnerung des Verstorbenen ist auf dem Grabstein erhalten, der nach der Bestattung errichtet wurde. An ihm schreibt man den Name des Verstorbenen und sein Geburts- und Todesdatum, als auch die Namen der lebenden Angehörigen. Oft beginnt die Inschrift so: Hier ruht und endet: Möge er in Frieden Ruhe. An einigen Grabsteinen kann man Bilder des Verstorbenen sehen. Die Ortsansässigen glauben, dass Blumen aus den Gräben zu pflücken Unheil bringt.